Nachwort

Der kaum über 50 Meter breite Waldstreifen bedeckt auf etwa 800 Meter Länge den steil vom Neckartal zum Ackerland ansteigenden Hang. Unten gibt es sandige Talwiesen, oben hochfruchtbare Löslehm-Äcker. Man kann drei doch recht verschiedene Teile unterscheiden:

  • Dem Dorf am nächsten liegt der Müll-Wald. Die mächtige Aufschüttung der ehemaligen Müllkippe ist mit Erde abgedeckt. Oben gibt es einen flachen Teil, dann einen sehr steilen und trockenen Abgang. Der Müll-Wald ist ein vielfältiger kleiner Mischwald, der vor etwa 25 Jahren aufgeforstet wurde. Gebüsche und Krautstellen fehlen ganz. Hier wachsen Esche, Eberesche, Weide, Robinie, Ahorn, Kirschpflaume, Hainbuche, Linde und als einziger (und schon sterbender) Nadelbaum die Lärche.

  • Es schließt sich an der Wasser-Hang. Auf einer Breite von vielleicht 30m treten im oberen Drittel zahlreiche kleine Quellen aus. Hier gibt es keine Bäume, sondern eine Gesellschaft von Wasser und Kalk liebenden Kräutern. An etwas trockeneren Stellen wächst der Zwerg-Holunder in großen Beständen. Weiter unten sorgen die Rinnsale auf einer Breite von 100m für ganzjährig sehr nassen Boden, wo hauptsächlich Pappel, Weide und Erle gedeihen. Das Wasser wird in einem Graben gesammelt, der etlichen Wasserpflanzen Lebensraum bietet.

  • Der dritte und weitaus längste Teil ist der Alt-Obst-Hang. Wer aufmerksam hinschaut sieht die vielen alten Nutz-Bäume: Birne, Kirsche, Apfel, Walnuß. Deutlich werden die unterschiedlichen Fähigkeiten dieser Bäume, mit der neuen Situation fertig zu werden. Die Äpfelbäume sind alt und sterben ohne Nachwuchs aus. Die goßen Most-Birnbäume behaupten sich noch. Vogelkirsche und Walnuß fühlen sich wohl. Aber überall hat sich die Esche angesiedelt und dominiert schon deutlich. Ursprünglich wurde der Hang sicher regelmäßig gemäht und von Gebüsch freigehalten. In zahlreichen Exemplaren aus dieser Zeit überdauert haben Stachelbeeren und Johannisbeeren. Jetzt ist alles bis zur Undurchdringlichkeit zugewuchert. Unten dominiert an vielen Stellen die Brombeere, oben eher die Schlehe. Wo noch keine Gehölze wachsen gedeiht mannshoch die Brennessel. Und die Ranken des Hopfens und der Waldrebe vervollständigen das "Wildniss"-Bild.

Alles das wird umschlossen von dem, was ich hier den vierten Teil des Waldhangs nennen möchte: dem Waldrand. Er ist die Domäne der Stäucher wie Holunder, Schlehe, Weißdorn, Rosen, Hartriegel und Liguster. Und er ist das Paradies der kleinen Vögel.