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Was Städter vom Wald halten
Wissenschaftler der Eidgenössisch Technischen Hochschule, Zürich und der Eidgenössischen
Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft, führten eine Studie zur Bedeutung von
Wäldern für Stadtbewohner durch. Sie wollten herausfinden welche Gefühle die Menschen mit
dem Wald verbinden, wie oft sie einen Wald besuchen und welcher Freizeitaktivität sie nachgehen.
Um diese Fragen zu beantworten, werteten die Wissenschafter elf Studien aus Frankreich,
der Schweiz und Deutschland aus. Obwohl es Unterschiede zwischen den einzelnen Studien gab,
stellten sie generell fest, dass die Wälder für die Stadtbewohner einerseits von praktischer
Bedeutung sind, dass die Menschen aber auch starke emotionale Bindungen zum Wald haben.
Für die meisten Menschen ist der Wald ein Ort des Rückzugs und der Erholung oder auch ein Platz
für Bewegung und Sport. Viele Menschen sehen im Wald einen mystischen, spirituellen Platz
oder auch einen symbolischen Ursprungsort.
Nahezu ein Drittel der in der Stadt lebenden Menschen besucht mindestens einmal in der Woche
einen Wald. Familien mit Kindern und Menschen mit höherer Ausbildung gehen öfter in den Wald.
Wie oft Stadtbewohner den Wald besuchen, hängt entscheidend davon ab, wie schnell sie den nächsten
Wald erreichen. Je näher der Wald an der Stadt liegt, desto häufiger wird er besucht.
"Daraus geht hervor, wie wichtig Wälder, auch wenn sie vergleichbar klein sind, in der
Nachbarschaft von Wohngebieten sind", erklärten die Wissenschaftler im Forstwissenschaftlichen
Centralblatt.
Über 80 Prozent der Waldbesucher kamen, um spazieren zu gehen oder um die Natur
zu beobachten. Jeder zehnte fuhr Fahrrad und etwa 3 Prozent joggten durch den Wald.
Erstaunlicherweise nutzten nur wenige Menschen den öffentlichen Nahverkehr um in den Wald
zu kommen, die meisten (je nach Studie zwischen 40 und 80 Prozent) fuhren mit dem Auto zum Wald.
Die Wissenschaftler meinen, dass sozialwissenschaftliche Studien wie ihre, einen wichtigen
Beitrag zur politischen Diskussion der Walderhaltung und Waldpflege liefern können.
Ralf Möller
Bild der Wissenschaft online, 2001
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