Sommergrüne Laub- und Mischlaubwälder
Die heutigen
europäischen Wälder entsprechen nur in Ausnahmen dem Urzustand,
in der Regel sind es Wirtschaftswälder
mit gegenüber einst verringerter Artenzahl und einem erhöhten
Nadelwaldanteil. Im Vergleich zu
den tropischen Regenwäldern sind sommergrüne Laub- und Mischlaubwälder
extrem artenarm. Die geringe Artenzahl in Europa und Nordamerika wurde
durch die letzte Eiszeit verursacht. In Ostasien, das von Eiszeiten verschont
blieb, sind die Wälder wesentlich artenreicher, und selbst bei einem
Vergleich von Europa und Nordamerika schneidet letzteres weit günstiger
ab, weil dort die Gebirgszüge in Nord-Süd-Richtung verlaufen
und einer Neubesiedlung vom Süden her kein Hindernis in den Weg legten,
wie beispielsweise die Alpen in Europa.
In Westeuropa sind 51 Baumarten (darunter drei Quercus-Arten)
gezählt worden, in Nordamerika 800 Arten (darunter 70 Quercus-Arten).
Unter den Holzpflanzen
setzen sich solche Arten durch, die am höchsten werden,
eine große Lebensdauer erreichen,
stark schattierendes Blattwerk ausbilden,
sich gut verjüngen,
in der Jugend Schatten zu ertragen vermögen und
bei ausreichender Lichtmenge rasch und umgehend emporschießen
(nach H. ELLENBERG, 1968).
Am besten erfüllt in Mitteleuropa die Rotbuche (Fagus sylvatica)
diese Bedingungen.
http://www.rrz.uni-hamburg.de/biologie/b_online/d57/57h.htm, 1999
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